Wetterstation Schömberg-Bieselsberg

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass trotz des aufwendigen technischen Equipments mit hoher Messgenauigkeit hier keine Messungen vorgenommen werden, die nach allen Vorgaben der WMO oder des DWD erfolgen. Durch umliegende Hecken und Gebäude entspricht der Messstandort nicht den Vorgaben der Wetterdienste, die Werte dürfen nicht zu Gutachter- oder sonstigen Zwecken verwendet werden. Es handelt sich um eine hobbymäßig betriebene Privatstation ohne Anspruch auf Korrektheit der Werte.

 

Blattfeuchtesensor

 

NEU

 

 

 

Lage

Standort: Schömberg

Ortsteil: Bieselsberg

Landkreis Calw ; Nordschwarzwald

Temperaturmessung auf 548 m über NN

Betrieb: Automatischer Betrieb seit 01.11.2003 

Zuvor war die Station seit 01.12.2001 in Pforzheim-Buckenberg aufgestellt.

Die Station liegt in 548 m Höhe auf einem Osthang. Dieser beginnt zunächst flach abfallend  nahe der Station in ca. 565m Höhe. Unterhalb des Ortes fällt er steil ab und erreicht ca. 240 m tiefer im Nagoldtal  auf 311m bei Dennjächt seinen Endpunkt. Der Blick reicht  vom nahegelegenen Nagoldtal über das malerische Monbachtal. Am Horizont sind die Fernsehtürme von Stuttgart-Degerloch (36km) zu erkennen, bei guter Sicht auch die bis zu 800m hohe Ostalb bei Stötten (86km).

Zum Vergrößern bitte anklicken!



Klima

Niederschläge

Klimatisch liegt die Station recht günstig im Lee des Schwarzwaldhauptkamms. Bei südwestlichen Winden erfolgt die Abdeckung durch die Hornisgrinde (1163m), bei Westwinden liegt Bieselsberg immer noch im Lee von Teufelsmühle (908m), Langmartskopf (942m) und der Langenbrander Höhe (723m) bei Schömberg. Die Luftmassen müssen somit von der nur 120m hoch gelegenen Rheinebene (Rastatt 913mm, Ettlingen 991mm) bis zu 1000m aufsteigen und regnen sich dementsprechend im Bereich der Schwarzwaldhochstraße B500 (Ruhestein 2033mm, Hornisgrinde 1998mm, Herrenwies 1931mm), dem Murgtal (Baiersbronn 1584mm) bis hin zum Enztal (Dobel 1502mm, Enzklösterle 1404mm, Bad Wildbad-Calmbach 1262mm) aus. Deutlich weniger Niederschlag fällt schon auf der Enz-Nagoldplatte (Simmersfeld 1198mm, Schömberg 1087mm). Im Ortsteil Bieselsberg sind ca. 963mm pro Jahr zu erwarten. Im Nagoldtal liegen die Niederschläge bei 850-900mm (Bad Liebenzell 902mm, Nagold 840mm ). 

Die östlich gelegenen Gebiete bis Stuttgart weisen dann nochmals geringere Jahresniederschlagsmengen von 660mm - 820mm auf. (Tiefenbronn 811mm, Weil der Stadt 758mm, Deckenpfronn 808mm, Renningen 725mm, Leonberg 714mm, Stuttgart-Schnarrenberg 666mm).

Sonnenschein

Auch hier wirkt sich bei westlichen Winden die Leeposition günstig aus. Bei Westlage ist sehr häufig in Richtung Langenbrand dunkles, tiefhängendes Gewölk zu erkennen, während hier strahlender Sonnenschein herrscht. Es ist also eine Art Föhnstreifen östlich des Schwarzwaldes vorhanden, der für freundliches Wetter sorgt, während schon im Schömberg-Hauptort der Himmel bedeckt ist. Besonders das tiefe Wolkenstockwerk (bis 2000m) bleibt somit sehr oft am Hauptkamm hängen. Lediglich die mittelhohen und hohen Wolken, durch die häufig die Sonne hindurch scheint, sind dann noch vorhanden. An solchen Tagen ergibt sich in Bieselsberg ein freundlicher Witterungscharakter, während der Wetterbericht von bedecktem Himmel spricht. Bei windarmen Wetterlagen ist dieser Föhneffekt natürlich nicht vorhanden. Im Hochsommer entstehen dann nachmittags über den Schwarzwaldhöhen häufig Quellwolken, die teilweise auch unseren Raum überdecken, während es im Rheintal sonnig ist. Bei Ostwinden liegt Bieselsberg auf der windzugewandten (Luv-)Seite des Schwarzwalds. Besonders wenn im Herbst und Winter Nebel- und Hochnebelfelder entlang von Donau und Bodensee vorhanden sind, werden diese bei Ostwind teilweise auch bis an den Schwarzwald gedrückt, sodass es dann auch mal längere Zeit neblig oder trüb bleiben kann. Westlich von Neuenbürg ist der Spuk dann vorbei - im Rheintal herrlicher Sonnenschein. Dies ist aber nur an wenigen Tagen im Jahr der Fall. 

Insgesamt ist Bieselsberg recht nebelarm. Nach Regenfällen oder klaren, kühlen Nächten wabern im engen Nagoldtal nicht selten Nebelfelder, die bis auf die unteren Dorfwiesen reichen. Die Hohe der Wetterstation wird davon aber seltener erreicht, sodass sich dann wunderschöne Blicke über den Wolkenteppich bis hin zum Stuttgarter Fernsehturm bieten. Auch von den ausgedehnten Hochnebellagen des Rheintals bleibt Bieselsberg oft verschont. Das sind mit die schönsten Tage im Jahr mit trockener, klarer Luft in den Schwarzwaldhöhen und inversionsbedingtem Trübsinn in den Niederungen. Auch aufliegende, tiefe Wolken sind in Bieselsberg trotz der Höhenlage von über 500m sehr selten dank der erwähnten Leeeffekte. Während Pfälzer und Odenwald sowie der westliche Schwarzwald bei atlantischer Meeresluft auf gleicher Höhe oft in Wolken gehüllt sind, bieten sich in Bieselsberg immer wieder Lichtblicke. 

Insgesamt ist die Sonnenstundenzahl für deutsche Verhältnisse mit 1708 Stunden recht günstig. Mehr Sonne scheint nur auf der Südwestalb, wo der höhere Südschwarzwald für eine noch effektivere Abdeckung sorgt und in Vorpommern an der Ostsee..

Temperatur

Die Nähe zu den deutschen Spitzenreitern in Sachen Jahrestemperatur (Freiburg 10,8°C, Karlsruhe 10,3°C, Heidelberg 10,6°C, Stuttgart 10,6°C) sorgt für ein angenehmes Temperaturniveau trotz der Höhenlage. Mit 8,4°C Jahrestemperatur ist es im Durchschnitt nur 0,7K kühler als in Pforzheim-Eutingen (9,1°C), das immerhin 300m tiefer liegt.

Bedingt ist dies vor allem durch die recht milden Wintermonate. 

Zum einen dämpfen sonnige Inversionswetterlagen die Temperaturabkühlung. Während sich im Rheintal und vor allem an Donau und Bodensee ganztägig bei Minusgraden die Sonne hinter dem Nebel versteckt, ist es hier von früh bis spät angenehm mild bei relativen Luftfeuchten unter 50%.

Desweiteren sammelt sich  in den Tallagen von Rhein, Nagold und Enz in klaren Nächten die kalte Luft, was man auch am pünktlich nach Sonnenuntergang einsetzenden, westlichen Talwind erkennen kann. Dieser führt an der Station zunächst zu einer raschen Abkühlung, die in den Nachtstunden aber kaum fortschreitet, da von oben immer wieder wärmere Luftmassen angezapft werden. Am Talgrund in Untereichenbach ergeben sich vor allem in der kalten Jahreszeit in den Morgenstunden oft 5 - 10K tiefere Temperaturen als hier oben. Dieses Temperaturdefizit wird durch die höheren Mittagstemperaturen in den Tallagen kaum wieder wett gemacht. Im Januar hat Pforzheim deshalb nur 0,4K mehr zu bieten als der Bieselsberg, welcher im Mittel mit 0,2°C auch im Januar für die Höhe von 550m noch erstaunliche Plusgrade erreicht. Die Höhenlage merkt man vor allem an den deutlich niedrigeren Tageshöchsttemperaturen. Hier muss  man im Vergleich zur Rheinebene vor allem im Sommer Abstriche von 3 - 5K machen. Tage über 30°C sind gezählt. Allerdings fällt das Quecksilber im Winter auch selten unter -15°C. 

Zum anderen wurde mehrfach beobachtet, dass im Winter bei atlantischen Tiefausläufern mit schneeträchtiger Luft aus dem Westen und gleichzeitig vorhandener Bodenkaltluft, der Niederschlag hier am Nordostabhang des Schwarzwaldes manchmal schneller in Regen übergeht als in den tieferen Bereichen der Rheinebene oder im Stuttgarter Becken. Scheinbar wird hier die in höheren Schichten über 800m schon vorhandene Warmluft durch die lokalen Föhneffekte in tiefere Schichten verfrachtet und weiter erwärmt. Bis sich die Warmluft auch im Rheintal durchsetzte vergingen mehrere Stunden, Bieselsberg vermeldete bereits Plusgrade, während Karlsruhe oder auch das gleichhoch gelegene Weinbiet im Pfälzer Wald noch 3 Minusgrade hatten. Dies sind auch die Zeiten, an denen in Deutschland kein anderer Ort höhere Temperaturen misst als unser Gebiet bis nach Pforzheim herüber. (Wurde auch schon am alten Standort in PF-Buckenberg auf 340m registriert.)

 

 
Klimawerte Schömberg-Bieselsberg (1961-1990)  
 
Temperatur Niederschlag  Sonnenschein
Januar 0,2 79,0 62,0
Februar 0,8 76,0 82,0
März 3,8 78,0 120,0
April 7,4 84,0 153,0
Mai 11,8 93,0 190,0
Juni 14,8 98,0 210,0
Juli 17,0 76,0 240,0
August 16,6 84,0 210,0
September 13,3 60,0 175,0
Oktober 9,4 58,0 132,0
November 4,4 91,0 75,0
Dezember 1,2 86,0 59,0
Jahr 8,4 963,0 1708,0

(interpoliert und geschätzt aus Kartenwerken sowie Klimadaten aus Schömberg, Bad Liebenzell, Dobel, Hornisgrinde, Stuttgart, Karlsruhe - Zeitraum 1961-1990 - da ansonsten von hier keine Zeitreihen vorhanden)

Aus den Messungen der letzten 10 Jahre vor Ort ergeben sich folgende Mittelwerte:

Klimawerte Schömberg-Bieselsberg  (2004-2013)
 
Temperatur Niederschlag  Sonnenschein
Januar 0,6 77,4 70,9
Februar 0,8 59,8 89,2
März 4,3 69,4 152,6
April 9,6 47,9 194,4
Mai 13,1 89,8 204,2
Juni 16,4 65,6 216,8
Juli 18,4 94,3 231,7
August 17,4 81,0 225,2
September 14,3 52,7 183,8
Oktober 10,1 72,4 141,5
November 4,5 61,2 80,0
Dezember 1,2 90,5 69,0
Jahr 9,2 862,0 1859,3

 

 



Technische Geräte (Stand 2003):

Es handelt sich bei der Wetterstation um ein amerikanisches Produkt der Firma Davis Typ Vantage Pro Plus mit aktivem Strahlungsschutz + Solar- und UV-Sensor. (Version 6161EU). In Deutschland bei VTS erhältlich. Die Wetterdaten können live oder auch im nachhinein am PC grafisch oder tabellarisch dargestellt werden. Dazu ist die Software Weatherlink 5.5 allerdings als Extra-Paket zu erwerben.

Die  Station hat folgende Funktionen:

                                                                                                                                                                                            

Der aktive Strahlungsschutz für den Temperatur-Feuchtefühler mit Ventilator im Gehäuse verursachte durch Verschmutzung des Feuchtesensors immer wieder Falschmessungen, sodass der Temperatur-Feuchtefühler nun in der guten, alten DWD-Wetterhütte nach WMO-Norm  in 2m Höhe über Rasen untergebracht wurde. In dieser Hütte befinden sich zu Vergleichszwecken auch noch die Standardthermometer der Wetterdienste und ein Thermo-Hygrograph. Ein Minimum-Thermometer wurde zusätzlich in 5cm Höhe über dem Erdboden angebracht, um die Gefahr von Bodenfrösten abschätzen zu können. 

Die Niederschlagsmessungen werden zusätzlich noch mit einem Hellmann-Regenmesser vorgenommen. 

An der Station wird auch die Sonnenscheindauer bestimmt. Zum einen über den Globalstrahlungssensor der Davisstation, der sich in 7m Höhe am Windmast befindet. Zum anderen vergleichshalber mit der guten, alten Brennkugel des Campbell-Stokes Sonnenscheinautografen auf dem Dach des Hauses. Je nach Jahreszeit ergibt sich durch die Hanglage und umliegende Bebauung eine Verringerung der tatsächlichen Sonnenscheindauer um 45 - 90 min.